Auf der Suche nach der touristischen Profilierung Ostbelgiens

Veröffentlicht am 15.10.2017

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Wie soll das touristische Profil Ostbelgiens in Zukunft aussehen? Mit dieser Frage ist die Tourismusagentur Ostbelgien (TAO) an den renommierten, österreichischen Dramaturg und Kommunikationswissenschaftler Dr. Christian Mikunda herangetreten. Im Rahmen eines ganztägigen Vortragsworkshop wurde das Ergebnis seiner Recherchen am 8. Oktober 2017 im Eupener Kloster Heidberg den geladenen Gästen aus Politik und Tourismus präsentiert.

Dr. Christian Mikunda bei seinem Vortrag im Kloster Heideberg. (Foto: ostbelgien.eu)

Zustande kam die Zusammenarbeit über die neugegründete  lokale Leader-Aktionsgruppe „Zwischen Weser und Göhl“, ein Projekt zur touristischen Profilierung der nördlichen Gemeinden in Ostbelgien. Auch wenn sich der Fokus hauptsächlich auf den Norden richtete, konnte die Analyse nicht gemacht werden, ohne die touristische Gesamtsituation in Betracht zu ziehen. Deshalb wurde der Auftrag zur touristischen Profilierung Ostbelgiens im Rahmen der Leader-Förderung durch Christian Mikunda in Angriff genommen.

Dr. Christian Mikunda kommt aus Wien und ist Fachmann für „Experience Economy“. Er lernte Ostbelgien bei einem fünftägigen Rechercheaufenthalt Anfang September 2017 als „Power“-Region kennen, wobei dieses Attribut eines der sieben „Hochgefühle“ umschreibt. Sein Résumé knüpfte nahtlos an das bestehende, touristische Leitbild für Ostbelgien aus dem Jahr 2015 an und versteht sich als eine Neuinterpretation. Während die Sprachenvielfalt in der bestehenden Leitbild-Fassung noch ein wesentlicher Bestandteil darstellte, war sie aus Sicht des Fachmanns für die touristische Bewerbung weniger relevant. Der im Leitbild verankerte Claim „Ein Land, das viele Sprachen spricht“ hatte in seinen Augen eher eine politische und soziale Wirkung.

Gepflegte Gärten als gemeinsames Attribut

Mikunda hatte die touristische Ist-Situation in Gemeinden Ostbelgiens (inklusive Malmedy und Waimes) unter die Lupe genommen und besonders aufgefallen waren ihm dabei die gepflegten Vorgärten, die zum Teil nahtlos in die Naturlandschaften übergingen.  Überzeugt, dass es in jeder Region ein „unterbewusstes Drehbuch“ gibt, erklärte er Ostbelgien deshalb zum „Garten Europas“. Neben den privaten Vorgärten und den kommunalen, blumengeschmückten Plätzen erschienen ihm auch die Wiesenwege mit ihren Stiegeln, der Hertogenwald mit seinen Bächen und das Hohe Venn mit seinen Holzstegen wie Gärten der Natur.

Diese Thematik könnte bewusst für die touristische Vermarktung, aber auch als Drehbuch für die Produktentwicklung  in Ostbelgien verwendet werden. Der Fachmann für touristische Vermarktung  warnte vor einer Einteilung in Erlebniswelten, die viel zu kleinteilig wären, als dass sie im Marketing Berücksichtigung finden könnten. Vielmehr riet er zur Bewusstseinsbildung und Aufwertung der gemeinsamen, verbindenden Vorzüge in Ostbelgien. 

Das im touristischen Leitbild angesprochene Konzept der Oasen griff Mikunda auf, um sie als Landschaftsinterpretation für den Garten Europas neu zu nutzen. Im Rahmen des Leader-Projektes wird dieses Konzept nun als nächster Schritt seitens der TAO umgesetzt. Vielversprechend war dabei die Aussage von Christian Mikunda zum aktuellen Zustand der Ferienregion: „Ihr habt schon vieles und müsst es nur in Wert setzen“.

Weitere Infos zum Vortragsworkshop:
> Audio – BRF Interview mit Sandra De Taeye, Direktorin der TAO
> Audio – BRF Interview mit Dr. Christian Mikunda, Begründer der strategischen Dramaturgie

Nützliche Informationen
Autor
JW/SDT

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