Karnevalsferien: In touristischen Krisenzeiten stand Urlaub im Ferienhaus hoch im Kurs

Veröffentlicht am 18.02.2021

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Ostbelgien – Nach wie vor stellt die Corona-Pandemie den Tourismussektor in Ostbelgien vor enorme Herausforderungen. Im Vorfeld der Karnevalsferien 2021 deutete vieles darauf hin, dass die Anbieter von kleineren Ferienwohnungen in Ostbelgien weiterhin zu den Gewinnern gehören. Diesen Trend bestätigte die aktuelle online Umfrage unter den Partnerbetrieben der Tourismusagentur Ostbelgien: Die teilnehmenden Fewo-Anbieter meldeten eine Auslastung von 86,5 % während der Karnevalsferien. Weniger optimistisch sah die Bilanz allerdings im Hotel- und Gaststättenbereich aus.

Viele nutzten die Ferien im eigenen Land und buchten ein Ferienhaus in Ostbelgien. (Foto: ostbelgien.eu)

Weil Reisen zu touristischen Zwecken nach Belgien und von Belgien ins Ausland noch voraussichtlich bis zum 1. März verboten sind, hatten viele ausländische Gäste ihre Buchungen storniert. Dies wiederum führte dazu, dass die Belgier im eigenen Land nach Ferienwohnungen suchten. Ostbelgien wurde somit im Bereich der Ferienwohnungen seinem Ruf als bevorzugtes Urlaubsziel für belgische Urlaubsgäste gerecht.

Wie die online Umfrage bestätigte, bewerteten 87,5 % der teilnehmenden Anbieter von Ferienwohnungen das Ergebnis mit „besser oder gleich“ im Vergleich zum Vorjahr. Dabei spielte der Ausfall der Karnevalsaktivitäten wegen Corona überhaupt keine Rolle, wie die Befragten antworteten. Gebucht wurde zumeist direkt beim Anbieter, gefolgt von Agenturen und touristischen Buchungsplattformen. Spontane und frühzeitige Buchungen hielten sich dabei in etwa die Waage. 20% der Urlauber nutzten den Aufenthalt in einer Ferienwohnung, um von dort im Homeoffice zu arbeiten.

Weitaus schwieriger hatten es die Anbieter von größeren Ferienhäusern. Einige versuchten, durch bauliche Maßnahmen die Bettenzahl und die Preise zu reduzieren, doch das war nicht überall möglich. Viele Einrichtungen für größere Gruppen konnten erst gar nicht öffnen und erleiden seit der Pandemiekrise herbe Einkommensausfälle.

Kreative Lösungen

Im Bereich Hotel, Gästezimmer und Herbergen hatten aufgrund der Corona-Pandemie lediglich 55 % der Umfrage-Teilnehmer geöffnet. Unter den geöffneten Betrieben lag die Auslastung bei durchschnittlich 46,6 % und damit unter den Vorjahresergebnissen. 57,8 % gaben an, dass die Auslastung schlechter als im vergangenen Jahr ausfiel. Die meisten Betriebe hatten sich einiges einfallen lassen, weil die Hygienemaßnahmen keinen Restaurantbetrieb erlaubten. „Wir bieten essen zum Mitnehmen an, für Einheimische, Ferienhäuser und unsere Hotelgäste. Seit der Wiedereröffnung Anfang Februar haben wir unser Hygienekonzept überarbeitet: Wir servieren das Essen nicht auf den Zimmern, der Hotelgast holt seine Bestellung an seinem persönlichen Tisch im Restaurant ab. Das Essen findet auf dem Zimmer statt“, erklärte Susanne Fickers vom Hotel-Restaurant Schröder in Losheimergraben.

Ähnlich kreative Ansätze gab es in vielen anderen Betrieben. Den Ausfall der Karnevalsfeiern bedauerten nur 25 % im Hotelbereich, 60% sagten, dass Karneval keinen Einfluss auf die Buchungen habe. Was bedeutet, dass der Karneval nur wenig Einfluss auf den Übernachtungstourismus nimmt. 35% der Befragten waren der Meinung, dass der St. Valentins Tag am 14. Februar ein Grund für Buchungen seien. Was die Urlaubsdauer betrifft, so buchten die meisten Gäste einen Wochenend-Aufenthalt,

Hygienevorschriften respektiert

Erst vor gut einer Woche war es den Betreibern von Ferienwohnungen (Cottages) in Ferienparks und den Campingplätzen erlaubt, wieder zu öffnen. Während die Auslastung bei den Campingplätzen saisonbedingt lediglich zwischen 10-20% lag, lief es bei den Ferienanlagen besser. „Unser Resort ist bis Freitag (19.02.2021) ausgebucht. Die Gäste hatten bereits länger im Voraus reserviert, weil wir die Möglichkeit für eine kurzfristige Stornierung der Reise angeboten hatten“, sagte Managerin France-Elodie Collette vom Hotel-Resort „Le Val d’Arimont“ in Malmedy.

Nach Herkunft teilten sich die Gäste dort wie folgt auf: 65% Flamen, 25% Wallonen und 10% Brüsseler. „Die Gäste konnten ihre Malzeiten bestellen, abholen und dann bequem in den Cottages verzehren. Da alle Innenaktivitäten wie Squash oder das Schwimmbad geschlossen waren, standen vor allem Wanderungen und Minigolf auf dem Tagesplan der Gäste“, erklärte sie weiter. Klagen wegen Missachtung der Hygienevorschriften gab es keine. Die Ferienanlage Worriken am See von Bütgenbach meldete eine Auslastung von rund 40%.

Kontrastprogramme für Karnevalsjecken

Im Bereich Freizeitaktivitäten, Ausflugsziele und Tourist Info blieben viele Fun- und Freizeitaktivitäten geschlossen. Die Corona-Maßnahmen hatten auch den Besuchern der Karnevalsumzüge einen Strich durch die Rechnung gemacht. Darunter litt vor allem der Tagestourismus, doch in einigen Ortschaften hatte man sich ein Ersatzprogramm ausgedacht. „Da kein Rosenmontagsumzug stattfand, hatte Eupen ein Karnevalsquizz organisiert, beim dem die Teilnehmer ihren eigenen Umzug durch die Stadt durchführen konnten. Das Angebot wurde von Einheimischen und Touristen sehr gut aufgenommen“, sagte Alain Brock vom Stadtmanagement in Eupen. Immerhin 45 Einzelbesucher verzeichnete das Tourist Info Büro in Eupen am Rosenmontag, an dem ansonsten normalerweise geschlossen ist.

Hoffen auf das Frühjahr

Etwa 1.766 Besucher registrierte das Haus für Tourismus in Malmedy bis Aschermittwoch, Flamen und Wallonen zu etwa gleichem Anteil. „Wir waren von der hohen Anzahl Besucher überrascht. Auf der To-Do-Liste der Gäste stand vor allem Wandern und ein Museumsbesuch, aber es gab auch einige Fragen zum Thema Karneval“, sagte Kevin Bodarwé vom Haus für Tourismus.  

In Malmedy zog auch das Karnevalsmuseum im Malmundarium die Gäste an. In Xhoffraix und St.Vith wurden ebenfalls Corona-optimierte Veranstaltungen für die Jecken durchgeführt. Das Besucherzentrum „Maison du Parc“ auf Botrange meldete bis Aschermittwoch mit etwa 750 Besuchern weniger Publikum im Vergleich zum Vorjahr. Im Naturzentrum Haus Ternell lag der Besucheranteil mit 127 Einzelvisiten in etwa auf gleichem Niveau wir im Vorjahr. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Wanderungen war die Burg Reinhardstein bei Robertville – dort wurden bis Aschermittwoch 1.016 Besucher registriert, eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (274 Besucher im Jahr 2020). Zwei Drittel der Besucher kamen aus der Wallonie, ein Drittel aus Flandern.

Insgesamt hat die Coronapandemie viele touristische Anbieter in Ostbelgien mit voller Wucht getroffen. Vor allem Hoteliers und Gastwirte klagen über immense Einbußen und viele Anbieter von Freizeitaktivitäten und großen Ferienwohnungen erlitten hohe Verluste. Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten für Aktivitäten in freier Natur wie Wandern und Radfahren bleibt die Region eine beliebte Feriendestination vor allem für Gäste aus dem Inland. Die Hoffnungen aller Anbieter liegen darauf, dass im Frühjahr wieder mehr möglich sein wird und dass sich somit wieder eine Perspektive für sie eröffnet.


Infos zur Umfrage: Die Online-Umfrage wurde unter den Mitgliedsbetrieben der Tourismusagentur Ostbelgien durchgeführt. Der Befragungszeitraum betrifft größtenteils die Periode der Karnevalsferien vom 13. Februar 2021 bis zum 19. Februar 2021. Die Ergebnisse sind rechtlich nicht bindend und beziehen sich ausschließlich auf die ostbelgischen Betriebe, die an der Befragung teilgenommen haben.


 

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Autor
jw
Unnamed
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