Schwierige Zeiten für ostbelgische Unterkunftsbetriebe – viele Anbieter handeln kreativ

Veröffentlicht am 22.12.2020

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Nach dem Herbst gehören die Weihnachtsferien im Tourismus zur Hochsaison, doch aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie stehen die ostbelgischen Unterkunftsbetriebe aktuell vor großen Herausforderungen. Vor allem die Schließung der Restaurantbetriebe und die Kontaktbeschränkungen stellen viele Anbieter vor Probleme, wie eine vorgezogene Umfrage der Tourismusagentur Ostbelgien bei den etwa 92 Partnerbetrieben im Bereich Unterkünfte ergab. 

Urlaub im kleinen Kreis: Ferienwohnungen waren während der Weihnachtsferien gefragt. (Foto: ostbelgien.eu/D.Ketz)

Rückblick: Nach dem 1. Lockdown im Frühjahr 2020 und einer für viele Unterkunftsbetriebe recht erfolgreichen Sommersaison folgte im Herbst die erneute Schließung aufgrund der 2. Pandemiewelle. Diese machte den Betrieben das so wichtige Herbstgeschäft mit den gastronomischen Angeboten zunichte. Man hatte auf eine Öffnung während der Weihnachtsferien gehofft und wurde enttäuscht. Die strengen Auflagen auch über die Jahreswende hinweg sorgten bei den Betrieben für Unsicherheit und fehlende Perspektiven.

Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen war auch Enthusiasmus und Kreativität zu spüren: etwa die Hälfte der Betriebe im Bereich Hotel, Gästezimmer und Herbergen in Ostbelgien konnten öffnen und versuchten mit eigenen Ideen, das Beste aus der Situation zu machen. „Wir bringen den Gästen seit dem ersten Tag der Restaurantschließungen das Frühstück und Abendessen auf die Zimmer. Das wird auf den Buchungsportalen mit guten Noten bewertet“, meldete Arthur Genten vom Hotel Sleepwood in Eupen. Diese und weitere kreative Ideen stellten viele weitere Hotelbetriebe in Ostbelgien ihren Gästen zur Verfügung.

Takeaway-Service statt Restaurant

Andere Dienstleister wie das „My Hotel“ in Malmedy versuchten es mit speziellen Preisangeboten und Werbeaktionen, die dann über die eigenen Social Media Kanäle beworben wurden. „Die Möglichkeit, unser Schwimmbad wieder zu öffnen und die Öffnung der Geschäfte in der Stadt waren für uns die entscheidenden Argumente, während der Weihnachtsferien zu öffnen“, sagte Valérie China vom „My Hotel“. Weil die Restaurants geschlossen waren, stellten verschiedene Hotel-Restaurant-Betriebe ihren Gästen einen „Takeaway-Service“ zur Verfügung. Dazu kam, dass auch viele Ausflugsziele aufgrund der Hygienebestimmungen geschlossen waren, was den Tagestourismus negativ beeinflusste.

Insgesamt fiel die Auslastung bei allen Betrieben im Unterkunftsbereich wesentlich schlechter aus als im Vorjahr. Die Tatsache, dass noch kein Ende der Maßnahmen in Sicht ist, sorgte bei den meisten für fehlende Perspektiven: Die meisten Umfrage-Teilnehmer wollten sich auf keine Prognose für das kommende Jahr festlegen. Die Buchungen wurden mehrheitlich direkt bei den Betrieben getätigt. Viele Gäste warteten ab und buchten ihre Unterkunft in letzter Minute. Die meisten Gäste stammen laut den Ergebnissen aus Flandern, gefolgt von der Wallonie und den Niederlanden.

Kreative Ideen und Preissenkungen

Etwas positiver fielen die Umfrageergebnisse im Bereich der Ferienwohnungen aus: 70% der teilnehmenden Fewo-Anbieter bestätigten, dass ihr Betrieb geöffnet ist. Aber auch hier musste man teils mit kreativen Ideen auf die Gäste zugehen. Denn wie bereits in der Sommersaison stellte die Kontaktbegrenzung für Familien besonders die Anbieter von Gruppenunterkünften und großen Ferienwohnungen vor Probleme. „Die große Ferienwohnung, die momentan nicht von Gruppen genutzt werden kann, stellen wir kleineren Gruppen oder Familien zur Verfügung, indem verschiedene Räumlichkeiten abgeschlossen werden“, erklärte Renate Dhur von der Ferienwohnung „Haus Engel“ in Steffeshausen.

Mit kreativen Ideen und Preissenkungen konnten verschiedene Anbieter ihre Ferienwohnungen vermieten und immerhin gaben 68% an, dass die Auslastung besser oder ähnlich wie im Vorjahr ausfiel. Die Nutzung der Ferienwohnungen zu Arbeitszwecken (als Homeoffice) spielte in Ostbelgien keine Rolle. Die Buchungen erfolgten entweder über Agenturen (Booking, Air BnB) oder direkt beim Anbieter. Die Mehrzahl der Gäste stammte aus Flandern, gefolgt von der Wallonie und den Niederlanden.

Angebote für Einheimische

Insgesamt fiel die vorgezogene Umfrage bezüglich der Buchungszahlen im Unterkunftsbereich während der Weihnachtsferien wie erwartet sehr gemischt und nur bedingt positiv aus. Besonders der Ausfall der Gastronomie, die Kontakt- und Reisebeschränkungen sowie die unsicheren Perspektiven bereiteten dem Sektor große Probleme. Wie bereits im Sommer waren es größtenteils Touristen aus dem Inland, die die Urlaubsangebote in Ostbelgien nutzen. Insgesamt konnten in diesen durch Reisebeschränkung geprägten Zeiten vor allem Einheimische von der hervorragenden Infrastruktur für Outdoor-Freizeitaktivitäten wie Wandern oder Radfahren profitieren.

> Weitere Infos zu den Unterkünften in Ostbelgien


Infos zur Umfrage: Die Online-Umfrage wurde unter den Mitgliedsbetrieben der Tourismusagentur Ostbelgien durchgeführt. Der Befragungszeitraum betrifft größtenteils die Periode der Weihnachtsferien vom 19. Dezember 2020 bis zum 3. Januar 2021. Die Ergebnisse sind rechtlich nicht bindend und beziehen sich ausschließlich auf die ostbelgischen Betriebe, die an der Befragung teilgenommen haben.

 

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jw/cm/id
Unnamed
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